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Public Enemies
Public Enemies (2009)

Herstellungsland: USA
Genre:
Action-Drama
Laufzeit:
140 Minuten
FSK:
ab 12 Jahren
Verleih: Universal Pictures
Kinostart (D): 06.08.2009
Kinostart (USA):
01.07.2009
Blu-ray Verkauf (D):
-
DVD Verkauf (D):
-

Regie: Michael Mann
Drehbuch:
Ronan Bennett, Michael Mann, Ann Biderman, Bryan Burrough (Buchvorlage)
Kamera: Dante Spinotti

Darsteller: Johnny Depp, Christian Bale, Marion Cotillard, Billy Crudup, Stephen Dorff, Stephen Lang, Jason Clarke, Stephen Graham, Giovanni Ribisi, Channing Tatum ...
Musik: Elliot Goldenthal

 
Trailer zur Verfügung gestellt von filmtrailer.com
 
 

Die Vereinigten Staaten, Anfang der 1930er Jahre: Die Weltwirtschaftskrise stürzt die amerikanische Gesellschaft in die Depression. Es ist die Zeit der Verbrecher und Bankräuber, allen voran der charismatische John Dillinger (Johnny Depp), der zum ersten Staatsfeind Nr. 1 erklärt und von der Bevölkerung als moderner Robin Hood gefeiert wird. J. Edgar Hoover (Billy Crudup), der Leiter des Bureau Of Investigation, hetzt Dillinger und seiner Gang Special Agent Melvin Purvis (Christian Bale) an den Hals, der mit neuartigen Ermittlermethoden erste Erfolge feiert. Dillinger versucht alles um seinem Verfolger zu erkommen und seiner Geliebten Billie Frechette (Marion Cotillard) ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen ...

 
     
 

KRITIK: Michael Mann („Ali“, „Miami Vice“), Thriller-Experte und Spezialist morderner Video-Ästhetik, widmet sich wieder dem Gangster-Genre, mit dem er schon bei seinem Kino-Hit „Heat“ große Erfolge feiern konnte. Nun widmet er sich den letzten Monaten einer der größten Bankräuber der amerikanischen Geschichte: John Dillinger. Das Leben des Gangsters wurde schon mehrmals verfilmt, vornehmlich fürs Fernsehen, ein großes Hollywood-Denkmal a lá „Bonnie und Clyde“ blieb bisher aber aus. Mit den typischen Stilmitteln Michael Manns und einer hochkarätigen Besetzung, bietet „Public Enemies“ auch wie erwartet typische Popcorn-Kino Unterhaltung; die inhaltlichen Mängel hindern den Film aber an einer höheren Wertung.

Der Hauptgrund sich dieses Gangster-Epos anzusehen ist zweifelsohne Johnny Depp („Fluch der Karibik“, „Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“), der wie gewohnt eine schauspielerische Glanzleistung ablegt. Sein John Dillinger ist ein charmantes Schlitzohr, der ohne Rücksicht sein Ding durchzieht und ein Leben führen will, wie er es möchte. Dagegen kann sein Gegenspieler Christian Bale („The Dark Knight“, „Terminator – Die Erlösung“) weniger punkten. Ein wenig ausdrucklos mimt er den FBI-Agenten Melvin Purvis, und muss sich Hauptdarsteller Johnny Depp geschlagen geben. Schuld daran trägt aber auch das Drehbuch, welches Purvis vergleichsweise weniger sympathisch charaktisiert. Die weiteren Rollen sind auch mit teils namhaften Schauspielern besetzt, wie Billy Crudup („Big Fish“, „Watchmen – Die Wächter“), Stephen Dorff („Blade“, „Cold Creek Manor – Das Haus am Fluss“), Giovanni Ribisi („The Gift – Die dunkle Gabe“, „Der Flug des Phoenix“) oder Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard („La vie en rose“), welche Dillingers Geliebte Billie Frechette spielt. Obwohl der Film Bilies Liebe zu Dillinger nie richtig zufriedenstellend erklärt, bringt uns Cotillard ihre hemmungslose Hingabe dennoch jederzeit glaubwürdig rüber.

Aus inszenatorischer Sicht wird bei „Public Enemies“ einiges geboten. Mit hochauflösenden Digitalkameras gedreht, zeigt uns der Film einen sehr atmosphärischen Look der 30er Jahre, welchen man so bisher noch nicht bewundern durfte. Die Actionszenen sind rasant in Szene gesetzt und treiben den Puls des Kinogängers in die Höhe. Auch die musikalische Untermalung weiß zu gefallen, wenngleich sie an wenigen Stellen vielleicht etwas überladen wirkt. Das Potenzial für ein Meisterwerk ist vorhanden, nur scheitert der Film an der inhaltlichen Komponente. Der Stoff schafft es einfach nicht die 140 Minuten zu tragen. So viele Höhepunkte der Film auch zu verzeichnen mag, wie beispielsweise der Verhör von Billie Frechette oder der Gefängnisausbruch Dillingers, mindestens genau so viele belanglose Szenen stehen dem gegenüber. Auch die Spannungskurve kann nicht konstant gehalten werden. Gerade zum Ende hin springt der Film von Ereignis zu Ereignis ohne den Zuschauer dabei fesseln zu können. Auch über die Hintergründe Dillingers lässt uns der Film im Dunkeln, was aber noch zu verschmerzen ist. Hätte man etwas mehr Augenmerk auf das Drehbuch gelegt, hätte Michael Mann mit dem Film wirklich eine Meisterleistung hinlegen können. So bleibt der Film guter Durchschnitt, den sich man als Filmfan dank Johnny Depps charismatischem Schauspiel und dem atmosphärischen 30er-Look ansehen kann, aber nicht zwingend muss.

(Sebastian Wotschke)

 

FAZIT: Aufwendiger Gangsterfilm mit einem gewohnt überragenden Johnny Depp und einigen optischen Finessen. Inhaltlich kann „Public Enemies“ auf Grund der zu langatmig geratenen Geschichte allerdings weniger überzeugen. Ein Film mit Höhen und Tiefen, bei dem man ruhig einen Blick riskieren kann, aber nicht zwingend muss.


 Fotos: Copyright © Universal Pictures


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