Startseite RSS-Feed












Filmring
netcup.de
Newsletter Pro SQL





Kinofilme
Movies
rss-nachrichten.de
Film-News und Filmkritiken
RSS Verzeichnis

Partner werden?

METROPOLIS
Metropolis (1927)

Herstellungsland: Deutschland
Genre:
Science-Fiction
Laufzeit:
119 Minuten
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Verleih: Arthaus
Kinostart (D): 10.01.1927
Kinostart (USA):
06.03.1927
Blu-ray Verkauf (D):
-
DVD Verkauf (D):
07.04.2003

Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang
Kamera: Karl Freund, Günther Rittau, Walter Ruttmann

Darsteller: Gustav Fröhlich, Brigitte Helm, Alfred Abel, Rudolf Klein-Rogge, Fritz Rasp, Theodor Loos, Heinrich George, Erwin Biswanger ...
Originalmusik: Gottfried Huppertz

   
 

Die Zukunft: In der Stadt Metropolis leben die Gesellschaftsschichten voneinander getrennt. Während die Elite in Reichtum und Verschwendung lebt, vegetieren die Arbeiter unter der Stadt als Sklaven dahin. Als Freder Fredersen (Gustav Fröhlich), Sohn des Herrschers Johann „Joh“ Fredersen (Alfred Abel) sich in die im Untergrund lebende Maria (Brigitte Helm) verliebt, löst dies eine Kette von Ereignissen aus, die das Leben in Metropolis für immer verändern wird ...

 
     
 

KRITIK: Wenn man einen Science-Fiction-Film nennen müsste, der den größten Einfluss auf weitere Vertreter seiner Art hatte und die Geschichte des Films veränderte, so steht es außer Frage, dass es sich dabei um Fritz Langs („M – Eine Stadt sucht einen Mörder“) Meisterwerk von 1927 handelt: „Metropolis“, welches als einziger Film in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Der erste Roboter ist hier zu sehen, der frappierende Ähnlichkeiten mit dem aus „Star Wars“ bekannten Droiden C3PO aufweist. Die fliegenden Fahrzeuge und die dystopische Stadt Metropolis lassen einen auch nicht zufällig Erinnerungen an „Blade Runner“ wecken. Und das Finale findet man sogar praktisch 1:1 kopiert in Tim Burtons „Batman“-Verfilmung wieder. Doch wie es sich meistens für einen echten Klassiker gehört, war die zeitgenössische Rezeption weit weniger positiv als man heute vermuten könnte.

Der bis dato teuerste Film der deutschen Filmgeschichte brachte keinen kommerziellen Erfolg, der Ufa aber kurzzeitig den finanziellen Ruin. Auch die einige Monate später in den Kinos gestartete gekürzte Fassung lief beinahe völlig unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Kritiker bemängelten in erster Linie die starke Sentimentalität und die angeblich kitschige Inszenierung. Was hingegen schon zu dieser Zeit hochgelobt wurde, war die für damalige Verhältnisse wahrhaftig beeindruckende Tricktechnik. Die aufwendigen Kulissen, die riesige Metropole, Bildtelefone (zum ersten Mal in einem Film zu sehen), Einschienenbahnen... was die Filmcrew 1927 erschaffen hat, ist wirklich imposant.

Doch abseits der optischen Komponente, ist auch die inhaltliche Ebene nicht zu ignorieren, die reichlich Raum für Interpretationen bietet. Im Gegensatz zu anderen Science Fiction-Werken damaliger Zeit, präsentiert uns Fritz Lang keine utopischen Traumwelten, sondern eine düstere Sklavenstadt, mit mittelalterlichen Praktiken, in der die Arbeiter ausgebeutet werden. Eine deutliche Kritik an den technischen Fortschritt ist zu erkennen, welcher eine friedlich miteinander lebende Gesellschaft zerstört. Die deutliche Trennung zwischen der reichen Obrigkeit und der armen Arbeiterklasse, ist natürlich auch klar an die Klassengesellschaft des Marxismus angelehnt. Die Kritik an der Revolution, plädiert für einen Zusammenhalt der Klassen.

Bei all den Schauwerten und der Handlung, besteht zwar die Gefahr, dass die Schauspieler gar nicht mehr wahrgenommen werden, doch nicht so bei Metropolis. Allen voran Brigitte Helm („Alraune“, „Die Herrin von Atlantis“), die sozusagen in zwei Rollen schlüpfen muss, spielt mit ihrer mal verletzlich und mal diabolisch wirkenden Mimik perfekt. Auch Gustav Fröhlich („Die verliebte Firma“, „Die Sünderin“) und Alfred Abel („Dr. Mabuse, der Spieler“, „Phantom“) als ungleiches Vater-Sohn-Gespann, oder Rudolf Klein-Rogge („Die Nibelungen“, „Spione“) als Erfinder Rotwang, geben keinen Anlass zur Kritik. Lediglich die auf Grund der Stummfilmverhältnisse übertriebene Gestikulierung, entbehrt sich heutzutage nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik, aber das sollte niemanden ernsthaft stören.

Die Fassung der DVD-Veröffentlichung entspricht der restaurierten der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Weite Teile des Films sind verloren gegangen und wurden durch Texttafeln und Standfotos ersetzt. Es wurde versucht so gut wie es ging die Premierenfassung zu rekonstruieren. 2008 wurden fehlende Kopien in Buenos Aires gefunden. Man darf also gespannt sein, wann eine erweiterte Fassung veröffentlicht wird.

Das Bild ist, wenn man das Alter und das teilweise beschädigte Ausgangsmaterial bedenkt, wirklich ansehnlich. Eine durchgehende Körnigkeit ist zwar erkennbar, aber so bleibt zumindestens die Authentizität erhalten. Die Originalmusik von Gottfried Huppertz hat man von dem saarländischen Rundfunkorchester einspielen lassen und sie unterstützt ideal die SciFi-Atmosphäre durch ihre weiträumige Voluminösität (und das Ganze in Dolby Digital 5.1!). Die Extras der „Edition Deutscher Film“-Veröffentlichung enttäuschen hingegen etwas. Zwar bekommt man einen informativen und interessanten Audiokommentar des Filmhistorikers Enno Patalas geboten, und auch ein kurzer Film zur Restaurierung ist zu finden, aber leider fehlt das Making Of „Der Fall Metropolis“ sowie die Bildergalerien der früheren DVD-Veröffentlichungen. Auch an Untertitel wurde gespart. Das sollte aber niemanden davon abhalten, sich diesen meisterhaften Klassiker zuzulegen (auch auf Grund des günstigen Preises).

(Sebastian Wotschke)

 

FAZIT: Ein Film über den man nicht mehr viele Worte verlieren muss. „Metropolis“ ist unbestreitbar einer der wichtigsten und einflussreichsten Werke der Filmgeschichte. Jeder, der sich auch nur im entferntesten für das Thema Film interessiert, sollte diesen Klassiker des deutschen Expressionismus im Regal stehen haben.


 Fotos: Copyright ©
Arthaus


Zurück zur Übersicht

S. Darko - Eine Donnie Darko Saga

The Rainbow Thief

The Color of Magic

Hogfather

P.S. Ich liebe dich

Immigrants - L.A. Dolce Vita




Listinus Toplisten
Cineglobe Film-Topliste
Film und Serien Toplist
Homepage eintragen - kein nofollowIQ-Kontrollbild