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M - EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER
M (1931)

Herstellungsland: Deutschland
Genre:
Krimi
Laufzeit:
106 Minuten
FSK:
ab 12
Verleih: Arthaus
Kinostart (D): 11.05.1931
Kinostart (USA):
31.03.1933
Blu-ray Verkauf (D):
-
DVD Verkauf (D):
28.10.2002

Regie: Fritz Lang
Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang
Kamera: Fritz Arno Wagner

Darsteller: Peter Lorre, Gustaf Gründgens, Otto Wernicke, Theodor Loos, Ellen Widmann, Inge Landgut, Friedrich Gnaß ...

   
 

Ein grauenvoller Kindermörder versetzt die Einwohner Berlins in Panik. Von dem Täter fehlt jegliche Spur. Da die Berliner Unterwelt auf Grund der Polizeimaßnahmen in ihren kriminellen Tätigkeiten gehindert wird, nimmt sie das Gesetz bald selbst in die Hand ...

 
     
 

KRITIK: Fritz Lang („Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“) ist einer der visionärsten Regisseure der Filmgeschichte. Nach Mammutprojekten wie dem unvergleichlichen „Metropolis“ oder „Frau im Mond“, wollte Lang mit „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ einen schlichteren, aber tiefergehenden Film realisieren. „M“ ist die Geschichte eines psychisch kranken Kindermörders, der auf Grund seiner grauenvollen Taten die Großstadt Berlin in Angst und Schrecken versetzt. Neben der Polizei, sucht auch bald die Unterwelt nach dem Verbrecher, die ihn mit Lynchjustiz den Garaus machen will.

In erster Linie ist der Film auf Grund seiner stilistischen Verwendung des Tons zur Berühmtheit gelangt. Der Tonfilm steckte noch in den Kinderschuhen und viele Regisseure neigten zu seiner unüberlegten Verwendung. Nicht aber Fritz Lang, der die Soundkulisse ganz gezielt als filmisches Stilmittel einsetzte, um die Spannung zu fördern. So leben beispielsweise manche Szenen komplett von einer Stille, die dann im entscheidenden Moment durch einen schrillen Ton oder einer Stimme unterbrochen wird. Auf Filmmusik verzichtet Fritz Lang fast vollständig, lediglich das Pfeifen des Serienmörders, die Melodie „In der Halle des Bergkönigs“ aus der „Peer-Gynt-Suite No. 1“ von Edvard Grieg, wird zu einem Leitmotiv, welches das nächste Unheil ankündigt. Die Sprache nutzt Lang zur Montage, wenn die Polizei einen Satz anfängt, der aber in der nächsten Einstellung von einem Kriminellen beendet wird. So schafft er die Guten und die vermeintlich Bösen, welche dasselbe Ziel vor Augen haben, auf eine Ebene zu stellen.

Verkörpert wird der Kindermörder durch Peter Lorre („Die Spur des Falken“, „Casablanca“). Bei seiner glanzvollen Schauspielleistung, mit seiner verängstigten und psychopathischen Mimik, und seinem eindringlichen Blick, lässt es den Zuschauer kalt den Rücken runterlaufen. Mit „M“ startete Lorre seine große Karriere, auch wenn er dadurch zunächst auf die Rolle des Mörders festgelegt wurde. Gustaf Gründgens („Der Raub der Mona Lisa“, „Tanz auf dem Vulkan“) als eiskalter Schränker weiß ebenso zu gefallen wie Otto Wernicke („Das Testament des Dr. Mabuse“, „Titanic (1943)“) als Kriminalkommissar Karl Lohmann.

Fritz Lang nahm sich reale Mörder zum Vorbild, wie Fritz Haarmann, Karl Großmann und vor allem Peter Kürten, dem „Vampir von Düsseldorf“. Der Film ist aber zugleich eine Warnung vor dem aufkommenden Nationalsozialismus. Verbrecher und Polizei werden gleichgestellt, die aufgebrachte Meute fordert „die Bestie auszurotten“ und der Schränker ähnelt mit seinen Aussagen und seinem Ledermantel Joseph Goebbels (ob dies allerdings Absicht war, ist rein spekulativ). Der Film bezieht klar Stellung gegen Lynchjustiz und Todesstrafe, und das Abhandeln emotionaler und moralischer Aspekte in einem Rechtssystem. Am Ende darf der Kindermörder sogar noch selbst eine Erklärung für sein Tun liefern, und wird zeitweilig sogar als mitleiderregendes Opfer dargestellt. Eine überraschend mutige Szene!

„M“ wird oft als der beste Kriminalfilm bezeichnet; viele halten ihn sogar für den besten deutschen Film überhaupt. Die DVD-Fassung entspricht einer gekürzten Fassung; die fehlenden Szenen wurden soweit es möglich war, aus zeitgenössischen Kopien ergänzt, um der ursprünglichen Fassung möglichst nah zu kommen. Ein paar Szenen sind aber nicht mehr auffindbar. Das Bild und Ton alles andere als zeitgemäß sind, dürfte niemanden überraschend und sollte man auch nicht als störend empfinden. Bei den Restaurationsarbeiten hat man aber wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Die im Rahmen der „Edition deutscher Film“ erschienene Fassung enttäuscht aber, auf Grund der spärlichen Extras. Gerade mal ein knapp dreiminütiges Porträt über Fritz Lang aus dem Fernsehen und ein Überblick der weiteren DVDs der „Edition deutscher Film“ sind zu finden. Auch Untertitel sucht man vergebens.
 
(Sebastian Wotschke)

 

FAZIT: Der bekannteste Kriminalfilm der deutschen Filmgeschichte. Eine Geschichte über einen kranken Triebtäter und gleichzeitig ein Plädoyer gegen die Todesstrafe, der einem dank Peter Lorres eindringlichem Schauspiel und der ungewöhnlichen Verwendung des Tons, für immer im Gedächtnis bleiben wird.


 Fotos: Copyright © Arthaus


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