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KRITIK: Vielen dürfte die Situation bekannt vorkommen: Eine Liebe geht zu Ende oder wird nicht erwidert und man will nur eins, möglichst schnell und weit weg von dem Ort, wo einem täglich der Auslöser des Kummers begegnet. An diesem Punkt sind auch die beiden Hauptcharaktere Amanda und Iris angelangt. Bei der einen geht die Beziehung in die Brüche und die andere bekommt die Liebe, die sie gibt, nicht zurück. Aber wie nun seinen Liebeskummer überwinden?
Die Idee, die Leben bzw. die Häuser zu tauschen, ist interessant und liefert eine perfekte Basis für den Film, die nur gut umgesetzt werden muss. Nancy Meyers („Was Frauen wollen“, „Was das Herz begehrt“) ist das gelungen. Der Zuschauer ist von den ersten Minuten voll im Geschehen gefangen.
Begleitet wird man dabei von einer Voice-Over, gesprochen von Iris, die einem durch die verschiedenen Facetten der Liebe führt und dabei, zumindest schon einmal bildlich, die einzelnen Charaktere vorstellt.
Die ganzen kleinen Details machen „Liebe braucht keine Ferien“ so liebenswert, sorgen manchmal für Überraschungen und mindestens einmal für Verwirrung (wer den Film gesehen hat, wird wissen worauf ich anspiele). Ein Beispiel ist Amandas ständiger (fast aussichtsloser) Versuch zu weinen, der beim Zuschauen Tränen in die Augen treibt, aber nicht aus Traurigkeit, sondern vom vielen Lachen – an dieser Stelle ein großes Kompliment an Cameron Diaz, das hätte nicht jeder so überzeugend darstellen können. Gegensätze ziehen sich bekanntermaßen an
und das trifft bei einer Sache bei Amanda und Graham definitiv zu. Welche soll hier nicht verraten werden, nur so viel: Tränen spielen eine wichtige Rolle – auf jeden Fall ist das ein sehr schönes Detail und auch Grahams süßes kleines Geheimnis sollte hierbei mit aufgezählt werden.
Im Film geht es nicht nur um Liebesbeziehungen, es geht auch um zwischenmenschliche Gefühle, die besonders bei Iris deutlich zu erkennen sind. Die Liebe kann viele Wege gehen. Besonders schmerzhaft ist es, wenn der Kreislauf des Lebens zuschlägt und die glückliche Beziehung durch den Tod beendet. Leider wird der ehemalige Regisseur Arthur Abbott (Eli Wallach) genau damit konfrontiert. Was das jetzt mit Iris zu tun hat? Arthur und sie sind neugewordene Nachbarn und bei einem Spaziergang lernen sich die beiden kennen und werden gute Bekannte. Iris gibt ihm wieder neuen Lebensmut und unterstützt Arthur bei Vorbereitungen für einen ganz besonderen Abend. Und er hilft unbewusst (oder etwa doch bewusst?!) Iris’ Glück auf die Sprünge.
Jeder Film geht früher oder später zu Ende, auch dieser und das Ende ist auch mitentscheidend dafür, ob ein Streifen gelungen ist oder nicht - Nancy Meyers hat einen runden Abschluss gefunden. Und wenn der Zuschauer bis dahin noch nicht sentimental geworden ist, so wird er es spätestens beim herzzerreißenden Schluss – speziell die Zuschauerinnen werden aus dem Seufzen nicht mehr herauskommen und sich überlegen, ob sie nicht auch einmal einen Wohnungstausch machen sollten und vielleicht klopft das Glück dann auch an ihre Tür.
(Rebecca Puhlmann)
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