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HORST SCHLÄMMER - ISCH KANDIDIERE!
Horst Schlämmer - Isch kandidiere! (2009)

Herstellungsland: Deutschland
Genre:
Komödie
Laufzeit:
96 Minuten
FSK:
ohne Altersbeschränkung
Verleih: Constantin
Kinostart (D): 20.08.2009
Kinostart (USA):
-
Blu-ray Verkauf (D):
-
DVD Verkauf (D):
-

Regie: Angelo Colagrossi
Drehbuch:
Hape Kerkeling, Angelo Colagrossi, Ludwig Berndl, Jens Teutsch-Majowski
Kamera: Frank Grunert

Darsteller: Hape Kerkeling, Simon Gosejohann, Alexandra Kamp, Norbert Heisterkamp, Maren Kroymann, Michael „Bully“ Herbig, Bushido, Jürgen Rüttgers, Frauke Ludowig ...
Musik: Achim Hagemann, Bettina Hagemann

 
Trailer zur Verfügung gestellt von filmtrailer.com
 
 

Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) hat genug! Als stellvertretender Chefredakteur beim Grevenbroicher Tagblatt spielt er immer nur die zweite Geige. Sein Chef bekommt die Interviews mit den großen Politikern und er nur die Themen, die keinen interessieren. Doch als sein Vorgesetzter „überraschend“ wegen einer Fischvergiftung im Koma liegt, ist Schlämmers große Chance gekommen! Einige Monate vor den Wahlen, darf er endlich die wichtigen Persönlichkeiten interviewen und bemerkt dabei, dass in der Politik einiges schief läuft. Aber Horst Schlämmer weiß genau was zu tun ist: Bundeskanzler werden! Mit seiner eigenen Partei der HSP (Horst Schlämmer Partei), seinem Praktikanten Ulle (Simon Gosejohann) und der Schauspielerin Alexandra Kamp (als sie selbst) geht er auf Stimmenfang ...

 
     
 

KRITIK: Comedian Hape Kerkeling („Samba in Mettmann“) ist inzwischen schon seit über 20 Jahren im Geschäft und erfolgreich wie nie. Nicht nur mit seinem Buch „Ich bin dann mal weg!“, welches monatelang an der Spitze der Bücher-Charts stand, war ihm ein großer Erfolg vergönnt, auch seine erfundene Figur Horst Schlämmer hat eine riesige Fangemeinde. Dabei ist Hape schon in unzählige verschiedene Rollen geschlüpft, doch keine fand so großen Anklang wie die des stellvertretenden Chefredakteurs vom Grevenbroicher Tagblatt. Sein schiefen Zähne, die altmodischen Klamotten und seine ständigen Wehwehchen („Isch hab Rücken!“) sind kult. Da liegt es auf der Hand, diesem exzentrischen Zeitgenossen einen eigenen Film zu widmen, schließlich wurde es Hape Kerkeling trotz einiger Versuche nie zuteil, auch im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Einen Auftritt in dem eher mittelmäßigen Fernsehfilm „Ein Mann, ein Fjord!“ hat Horst Schlämmer ja schon hinter sich, doch können seine Eigenheiten einen ganzen Film tragen?

Die Antwort lautet tatsächlich: Ja! Seine unverwechselbare Art unterhält über die gesamte Spieldauer. Gerade Fans, die schon von seinen Fernsehauftritten nicht genug bekommen können, können sich auf Lacher im Minutentakt gefasst machen. Aber auch alle anderen dürften Gefallen an der nervigen und doch sympathischen Art finden. Hape Kerkeling meistert allerdings nicht nur die Figur Horst Schlämmers gekonnt, sondern schlüpft auch in viele andere Rollen, wie Angela Merkel, oder Schlagersängerin Uschi Blum, worauf sich alle „Kein Pardon“-Fans schon freuen dürfen (auch der lustige Glückshase ist wieder da!). Dass Hape Kerkeling ein ganz Großer im Comedyfach ist, dürfte jedem klar sein, doch hier beweist er es nochmal aufs neue.

Doch so sehr Hape Kerkeling auch brilliert, seine Mitstreiter bleiben die ganze Zeit unterdurchschnittlich. Simon Gosejohann („Operation Dance Sensation“) beweist in seiner Rolle des unbeholfenen Praktikanten, dass er keinerlei schauspielerisches Talent besitzt und kann er nur in wenigen Szenen Lacher ernten. Er sollte sich lieber weiterhin auf „Comedy Street“ und die Trash-Komödien seines Bruders Thilo Gosejohann konzentrieren, da macht er eine deutlich bessere Figur. Auch Alexandra Kamp („Halbtot“, „Dracula 3000“), als machtbesessene Geliebte Schlämmers, geht einem bei wirklich jedem Auftritt auf die Nerven. Das liegt aber nicht nur an ihr, denn auch inhaltlich sind nahezu alle ihre Szenen humorfrei. Zumindestens können einige Gastauftritte überzeugen. Jürgen Rüttgers weiß überraschend souverän mit den Fragen Horst Schlämmers umzugehen, und Frauke Ludowig und Claudia Roth beweisen herrliche Selbstironie.

Der Film ist ähnlich wie die Sacha Baron Cohen Produktionen „Borat“ und „Brüno“ eine Mischung aus improvisierten und gespielten Szenen, wobei erstere die deutlich stärkeren in dem Film sind. Wenn Horst Schlämmer auf nervöse Passanten losgeht bleibt kein Auge trocken. Die Handlungsszenen können da zwar nicht mithalten, sind dank Hape Kerkeling aber dennoch amüsant.

Insgesamt betrachtet ist der Film eine lustige und kurzweilige Komödie, die über die gesamte Spieldauer zu unterhalten weiß. Das Thema Politik wird trotz einiger genialer Einfälle, allerdings etwas zu harmlos angegangen. Man wünscht sich etwas mehr Bissigkeit und den Mut eines Sacha Baron Cohen, wenn Horst Schlämmer auf die Politiker losgeht. So bleibt dem Film der Status einer anspruchsvollen Polit-Satire zwar verwehrt, bietet aber immer noch genug für Kinogänger, die einfach mal wieder einen unterhaltsamen und lustigen Abend erleben wollen.

(Sebastian Wotschke)

 

FAZIT: Alle Fernsehzuschauer, die von Horst Schlämmers Auftritten in den letzten Jahren genervt sind, seien gewarnt: Der stellvertretende Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatt erobert das Kino! Hape Kerkeling brilliert mit wunderbarem Timing und einfallsreichen Improvisationen. Auch wenn die übrigen Schauspieler dagegen geradezu amateurhaft agieren und es dem Film trotz des Themas an satirischer Bissigkeit fehlt, ist „Horst Schlämmer! - Isch kandidiere“ eine lustige und kurzweilige Komödie, die für Fans des Komikers genug bietet um das nächste Kino zu stürmen.


 Fotos: Copyright © Constantin


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