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KRITIK: Endlich hat sich mal jemand der Aufgabe angenommen, einen Roman des großen, humorigen Schriftstellers Terry Pratchett, zu verfilmen - wenn auch nicht auf der großen Leinwand, sondern „nur“ für das heimische TV-Gerät. Zugegeben: Zwei Verfilmungen in Form von Zeichentrickfilmen gibt es schon, doch sind diese außerhalb Großbritanniens nicht allzu bekannt geworden und erfreuen sich auch nicht gerade großer Beliebtheit. Terry Pratchett, sozusagen der Douglas Adams der Fantasy-Literatur, hat mit seinen satirischen und schwarzhumorigen Werken schon Millionen Menschen auf der Welt begeistert, weswegen es schon von vornherein ein großes Risiko ist, eines seiner Geschichten zu adaptieren. Auf der einen Seite, muss man sich die Vorlage so zurechtbiegen, dass sie den Regeln des Films entspricht, und auf der anderen Seite, muss man originalgetreu genug sein, um die Fans zufrieden zu stellen. Ohne gleich zu viel zu verraten, kann man sagen, dass es Regisseur und Drehbuchautor Vadim Jean („The Color of Magic“) gelungen ist, den Geist der Vorlage wunderbar als Film umzusetzen. Dank der langen Laufzeit (Der Film ist in zwei Teile unterteilt), brauchte der Filmemacher auch nicht auf längere Handlungsstränge verzichten.
Der Film basiert auf das Buch „Schweinsgalopp“ und ist wie zu erwarten reichlich gewürzt mit wunderbarem britischem Humor. Die Geschichte des Silvesterfests ist so herrlich skurril, dass Freunde der etwas groteskeren Komik, ihre wahre Freude haben werden. Gevatter Tod als eine Art Ersatz-Weihnachtsmann lässt an manchen Stellen sogar Erinnerungen an „The Nightmare before Christmas“ wachwerden. Nichtsdestotrotz konzentriert man sich nicht nur auf den Humor, der über weite Strecken überraschend zurückhaltend ist, und auf Schenkelklopfer größtenteils verzichtet, sondern auch auf eine spannende Handlung, die es sogar tatsächlich an einigen Stellen schafft, Weihnachtsflair zu verbreiten.
Die Darsteller sind weitestgehend unbekannt, aber großartig besetzt. Bei Marc Warren („Do Elephants Pray?“, „Wanted“) in der Rolle Kaffetrinkens bekommt man tatsächlich Gänsehaut und Sir David Jason („The Color of Magic“), ein in Großbritannien sehr angesehener Schauspieler, sorgt mit seinem humoristischen Schauspiel für einige Lacher.
Die Kulissen, Effekte und Kostüme sind für eine TV-Produktion mehr als überragend, und lassen einen tatsächlich in die Scheibenwelt entführen. Auch die musikalische Untermalung David A. Hughes‘ lässt keinen Grund zur Klage, sondern überzeugt auf ganzer Linie. Einzig Pratchett-Neulinge dürften mit „Hogfather“ zu Beginn noch ihre Schwierigkeiten haben. Die Fülle an Charakteren, Orten und verrückten Ideen, kann einen zunächst erschrecken und gleichzeitig verwirren, wenn man sich mit den Eigenheiten der Scheibenwelt nicht auskennt. Doch nach und nach, kommt Licht ins Dunkle - Durchhalten lohnt sich!
Auch wenn manche Stellen etwas unscharf sind, ist das Bild der Blu-ray Veröffentlichung dennoch mehr als zufriedenstellend. Der Ton ist insgesamt ein wenig frontlastig, im Endeffekt wirkt sich dies aber als nicht weiter störend aus. Was die Extras angeht, zeigt sich der Schneevater recht spendabel: Ob Making of, Trailer, oder einige Hintergrundinfos zu den Figuren, den Spezialeffekten oder der Scheibenwelt selbst – bis auf den fehlenden Audiokommentar bietet die Blu-ray genug um über den Film hinaus unterhalten zu werden.
(Sebastian Wotschke)
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