| |
KRITIK: „Das Geheimnis der Geisha“ vom renommierten Regisseur Barbet Schroeder („Mord nach Plan“, „Weiblich, ledig, jung sucht...“, „Kiss of Death“) ist ein mysteriöses Verwirrspiel mit teils klassischen Krimielementen. Direkt zu Beginn schon wird der Zuschauer auf eine falsche Fährte gelockt: Schwertkämpfe, trashige Enthauptungen... alles wirkt wie aus einem japanischen B-Movie. Doch dann plötzlich ein Abspann. Es war nur ein Film... im Film! Die weitere Handlung beschäftigt sich mit dem französischen Autor Alex Fayard, gespielt von Benoît Magimel („Intimate Enemies“, „Sky Fighters“, „Die Klavierspielerin“), der mit seinem neuen Roman den Erfolg des bisherigen Krimiautors Nummer 1 Shundei Oe zu übertreffen droht. Während der Promotion in Japan wird Fayard auch schnell in allerlei geheimnisvoller Vorfälle verwickelt. Die Geschichte um den undurchschaubaren Autor Oe nimmt den Zuschauer, dank der rätselhaften Erzählung und der klassischen Thriller-Inszenierung, schon nach kurzer Zeit gefangen. Der Film spielt geschickt mit Realität und Fiktion, lässt den Protagonisten in eine Art selbsterlebten Krimi schlüpfen und beängstigend mit surrealen Alptraumsequenzen.
Doch so vielversprechend das Ganze auch beginnt, kann „Das Geheimnis der Geisha“ leider das hohe Niveau im weiteren Verlauf nicht mal mehr annähernd halten. Die Beziehung zwischen Schmerz und Lust, und die schmale Linie zwischen Genie und Wahnsinn, welche die Romane der beiden Krimiautoren beschreiben und nun langsam auch in die reale Welt Einzug finden, werden viel zu brav behandelt. Ein paar kurze Fesselspiele, ein schneller Peitschenhieb und es wird hastig zur nächsten Szene gewechselt. Ein wenig mehr Mut zur Provokation hätte dem Film gut getan und die Intensität der Handlung stark erhöht. Doch nicht nur die teilweise zu harmlose Umsetzung lassen dieses Werk in die Mittelmäßigkeit verschwinden, es fehlt auch einfach an wahren Höhepunkten um die Spannung aufrechtzuhalten. Nach einem starken Anfang dümpelt der Film nach einiger Zeit einfach nur vor sich hin. Lässt das erste Drittel noch auf jede Menge originelle Einfälle hoffen, die einem die vielen offenen Fragen praktisch versprechen, wartet man bis zum Ende leider vergeblich darauf. Die große Auflösung kann sich dann immerhin sehen lassen, doch scheitert es auch hier an der unspektakulär inszenierten Umsetzung, die einem nicht mehr aus der Lethargie herausreißen kann. Das alles enttäuscht den Filmfan umso mehr, wenn man bedenkt, dass die größtenteils klassisch inszenierten Thrillerelemente, bei denen wohl auch ein gewisser Kultregisseur namens Alfred Hitchcock („Das Fenster zum Hof“, „Psycho“) zum Vorbild genommen wurde, in der heutigen Zeit fast schon erfrischend wirken, und die durchaus spannende Story, genug geboten hätte, für einen richtig guten Mystery-Krimi. Zumindestens kann man sich darstellerisch nicht großartig beklagen, wenngleich man sich auch bei Benoît Magimel an manchen Stellen vielleicht ein etwas emotionaleres Schauspiel gewünscht hätte. Trotz alledem wirkt er in der Rolle passend, und die weibliche Hauptdarstellerin Lika Minamoto meistert ihre Rolle jederzeit zufriedenstellend.
Die Ton der Blu-ray ist insgesamt kraftvoll, nur an manchen Stellen vielleicht eine Idee zu frontlastig und im DTS HD-Format 7.1 in deutsch bzw. 5.1 in französisch. Das Bild (16:9, 1080p/24) kommt leider nur etwas über DVD-Niveau hinaus, ist über den gesamten Film grobkörnig und verschluckt einige Details in den dunklen Szenen. Die Extras bestehen zu einem aus dem Trailer zum Film und zu anderem aus einem ca. fünfzigminütigen Making Of mit jeder Menge interessanter Informationen, welches uns die sympathische Crew bei der Arbeit zeigt.
(Sebastian Wotschke)
|
|