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KRITIK: Clive Barker („Hellraiser – Das Tor zur Hölle“, „Lord of Illusions“) ist neben Stephen King, der erfolgreichste und beliebteste Horror-Autor der Welt. Der Gruselspezialist, den Quentin Tarantino („Inglourious Basterds“, „Pulp Fiction“) sogar als größten Visionär unserer Zeit bezeichnet, begann seine Romankarriere mit den „Büchern des Blutes“, einer sechsteiligen Kurzgeschichtensammlung. Einige der Erzählungen dienten bereits als Vorlage für diverse Horrorfilme, beispielsweise „Candyman's Fluch“ oder „The Midnight Meat Train“. „Book of Blood“, den Clive Barker mitproduziert hat, entstand nach der ersten Kurzgeschichte „Das Buch des Blutes“, einer Art Prolog zu den Geschichten, und der letzten „Das Buch des Blutes (Ein Postskriptum) – Auf der Jerusalem Street“, welches das Gesamtwerk abschließt und für den Film als Rahmenhandlung fungiert. Auch wenn der Handlungsverlauf einer klassischen Geisterstory entspricht, gelingt es nur einem Kaliber wie Clive Barker diese so schaurig und grausam zu erzählen, dass auch der erfahrene Horrorexperte gebannt im Sessel versinkt.
Während bei Verfilmungen von Romanen diverse Handlungsstränge herausgenommen oder gekürzt werden müssen, wird bei Kurzgeschichten einiges hinzugedichtet, um sie auf Spielfilmlänge aufblähen zu können. Dies ist auch bei „Book of Blood“ der Fall, auch wenn sich der Film überraschend eng an den Vorlagen hält. Das eigentliche Problem der Verfilmung ist, dass einige Elemente extrem in die Länge gezogen werden, wodurch ein ziemlicher Leerlauf entsteht und die Geschichte langatmig wirkt. Gelegentlich auftauchende und definitiv gelungene Schockmomente, wechseln sich mit belanglosen Szenen ab. Zum Showdown gewinnt der Streifen dann einiges Fahrt und überrascht mit einem atmosphärisch dichten und optisch hervorragenden Finale. Das geringe Budget von 10 Millionen Dollar, ist dem zwar Film anzumerken, dennoch überraschen einige der Effekte – im positiven Sinn! In Sachen Gore bleibt der Film trotz einiger blutiger Szenen im Grunde genommen harmlos, die Altersfreigabe ab 16 Jahren ist dennoch äußerst fragwürdig.
Eine gelungene Musikuntermalung und die durchweg düstere Stimmung runden das Gesamtpaket ab. Die Schauspieler absolvieren für einen Horrorfilm solide Leistungen, lediglich Sophie Ward („Nobody Knows Anything“, „Denn bitter ist der Tod“) bleibt bei einigen Horrorszenen zu blass. Auch wenn der Film die beklemmende Intensität von Clive Barkers Kurzgeschichten nicht erreicht, bietet „Book of Blood“ dennoch schaurigen Geisterspuk-Horror, der Fans des Genres zufriedenstellend wird.
Auf technischer Seite weiß die Blu-ray Umsetzung zu punkten. Der Film spielt meistens im dunkeln, doch das Bild (1080p/24, Seitenverhältnis 1,85:1) kann vollends überzeugen, auch wenn der Schwarzwert eine Spur zu sehr ins Gräuliche abdriftet. Der Schärfegrad ist durchgehend sehr hoch, und auch in den dunkleren Passagen gehen keine Details verloren. Der Ton (DTS-HD 5.1 Master Audio) ist zwar recht frontlastig, nutzt aber in den entsprechenenden Momenten die Effektlautsprecher und sorgt für eine stimmungsvolle Horroratmosphäre. Lediglich bei den Extras enttäuscht die Blu-ray. Gerade mal ein 20minütiges Making Of in Standardauflösung und verschiedene Trailer haben es auf die Disc geschafft. Auch wenn das Making-Of dank Clive Barker, der uns ein paar Details zum Buch und zur Verfilmung preisgibt, recht interessant ist, ist dies dennoch einfach zu wenig.
(Sebastian Wotschke)
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