Herstellungsland:
USA
Genre: Katastrophenfilm
Laufzeit: 158 Minuten
FSK: ab 12 Verleih: Sony Pictures Kinostart (D): 12.11.2009
Kinostart (USA): 13.11.2009
Blu-ray Verkauf (D): -
DVD Verkauf (D): -
Regie: Roland Emmerich Drehbuch: Roland Emmerich, Harald Kloser Kamera: Dean Semler
Darsteller:
John Cusack, Chiwetel Ejiofor, Amanda Peet, Oliver Platt, Danny Glover, Woody Harrelson, George Segal, Liam James, Jimi Mistry ... Originalmusik: Harald Kloser, Thomas Wander
Eine Kupfermine in Indien. Der Astrophysiker Satnam Tsurutani (Jimi Mistry) empfängt seinen Freund und Kollegen Adrian Hemsley (Chiwetel Ejiofor) um ihm beunruhigende geologische Entwicklung zu zeigen: den starken Temperaturanstieg der Erdkruste. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine starke Sonneneruption dazu führte, dass heftige Neutronineinstrahlungen den Erdkern aufheizen und zu verheerenden Folgen für die Erde und die Menschheit werden. Sie berechnen das Jahr 2012 als Datum des Weltuntergangs.
KRITIK: Von diesen Berechnungen ausgehend treibt Emmerichs Film gnadenlos auf sein furioses Finale zu, ohne hierbei auch nur ein Klischee des klassischen Katastrophenfilms auszulassen.
2012 – ein Datum, das auch im Kalender der Maya eine bdeutende Rolle spielt. Hatte das südamerikanische Urvolk doch den Weltuntergang prophezeit für ebendieses Jahr. Die Voraussage bestätigt sich.
Während Wissenschaftler und Regierungen nach Notfallplänen suchen und Archen zum Überleben der Menschheit bauen, ist der Großteil der Menschheit noch im Unklaren über das drohende Ende der Welt. Einer von ihnen ist der erfolglose, geschiedene Autor Jackson Curtis (John Cusack). Wie der Zufall es will hat er ein Buch mit dem passenden Titel „Farewell Atlantis“ verfasst, das vom Untergang der sagenhaften Stadt erzählt und beschreibt, wie die Menschheit mit ihrem Niedergang umgeht. Während eines Ausflugs mit seinen Kindern in den Yellostone nationalpark bekommt Curtis erste Ahnung davon, was in Zukunft geschehen wird. Er trifft auf Wissenschaftler der Regierung (unter anderem Adrian Hemsley), die dort Messstationen aufgebaut haben und auf den verschrobenen Verschwörungstheoretiker Charlie Frost (Woody Harrelson), der ihm erklärt, dass die Menschheit in Gefahr ist und die Regierungen Schiffe bauen, auf die aber nur ausgewählte Menschen dürfen.
Ab diesem Moment zieht Emmerich das Tempo noch weiter an. Erdbeben erschüttern die Welt, Vulkane brechen aus, riesige Flutwellen überströmen Landmassen. Curtis dämmert es, dass Frost mit seinen düsteren Prognosen Recht haben könnte und will mit seiner Familie (den Kindern, der Ex-Frau samt deren neuer Partner) nach China, wo die Rettungsschiffe in geheimer Mission gebaut werden.
Mit jeder Minute bis zum Finale furioso zünden die Special Effects Experten aus Emmerichs Stab ein Feuerwerk nach dem nächsten. Obligatorisch für einen Katastrophenfilm muss das Weiße Haus in sich zusammen brechen (siehe zum Beispiel „Independence Day“), der Präsident (Danny Glover) arg pathetische Worte verlieren und die Familie wieder nah zusammenrücken. voll und ganz.
Die Darsteller sind schmückendes Beiwerk zu diesem Festival der Explosionen. Ein wenig Realität (und auch automatisch einige Lacher) bringen die filmischen Äquivalente zu echten Politikern. So ist der amerikanische Präsident schwarz und ein vollkommener Gutmensch (Er opfert seinen Platz auf der Arche, um beim Volk zu sein und Feuerwehrmännern aufmunternd auf die Schultern zu klopfen) und die deutsche Regierungsspitze eine Frau (allerdings wurde deren optik, so gemein das klingt ein wenig Hollywood-Maßstäben angeglichen).
Damit es schön menschelt gibt es natürlich den ein oder anderen Nebenschauplatz. Und hier wurden echte Stars verheizt: Albert Finney und Blu Mankuma als Musiker auf einem Kreuzfahrtschiff. Etwas mehr Tiefe hätte nicht nur diesen Figuren nicht geschadet.
Der Exil-Schwabe Emmerich zeigt sich einmal mehr als Meister von Ökodramen. Nach „The Day after Tommorrow“ schickt er die Welt nicht ins ewige Eis sondern ins Wasser. Das geschieht mit satter Action und mit einem guten Schuss Pathos. Nichts neues aus dem Hause Emmerich also.
(Simone Sass)
FAZIT: Ein Katastrophenfilm wie aus dem Lehrbuch. Gute Schauspieler, die an ein mitunter lächerliches Drehbuch verschwendet werden. Als Entschädigung gibt es beeindruckende Effekte.